Abtei Münsterschwarzach

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Besucher des kleinen Ortes Münsterschwarzach erkennen die Abtei, dank der vier hohen Türme, schon aus der Ferne. 816 gegründet, 1803 aufgehoben und 1913 erneut besiedelt, weist die Abtei Münsterschwarzach eine lange traditionelle Geschichte zurück, in der die Benediktiner eine wichtige Rolle spielen. Niemand als die Benediktiner selbst kann besser über die Arbeit und das Leben in der Abtei erzählen. Die Webseite bietet für Interessierte einen umfassenden Überblick.

Lore Friedrich-Gronau in der Abtei[Bearbeiten]

Obwohl Lore Friedrich-Gronau eine Frau war und somit nicht in den Orden der Benediktiner-Mönche eintreten konnte, sind sie und ihre Kunst eng mit der Abtei verwoben. Anfang der 1960er-Jahre begann sie im Atelier der Abtei Münsterschwarzach zu arbeiten. 1968 bezog sie dort ein Zimmer im Gästehaus und fuhr einmal im Monat in ihre Wohnung nach Bad Kissingen. 1974 gab sie diese Wohnung auf und wohnte ab sofort in der Abtei, wo sie sich ausschließlich ihrer Kunst widmete. Zu diesem Zeitpunkt war Lore Friedrich-Gronau 69 Jahre alt. Bis zu ihrem Tod am 04. Juli 2002 lebte sie in der Abtei, als alleinige Frau und einziger Dauergast, bis heute. Sie liegt auf dem Friedhof der Abtei neben den Brüdern begraben. Ihren Grabstein hat sie zu Lebzeiten selbst gestaltet.

Kunst von Lore Friedrich-Gronau in der Abtei Münsterschwarzach[Bearbeiten]

Besucher können einen Großteil ihrer sakralen Kunstwerke bewundern. Doch viele Stücke befinden sich in den privaten Sektionen der Benediktiner und sind somit vor den Augen der Öffentlichkeit unter Verschluss. Zudem stehen im Kelleratelier eine Vielzahl ihrer Kleinplastiken, auch aus den 1940er-Jahren. In der nachfolgenden Aufzählung werden nicht alle Kleinskulpturen, Druckplatten und Entwürfe aufgeführt, die im Nachlass in der Abtei aufbewahrt werden.

Besucher betreten meist durch die Holzpforte den Vorplatz. Rechts befindet sich der Abtei-Shop, ein Stück weiter linksseitig, etwas nach hinten versetzt, steht die Abteikirche. An dem Pfortenbau dazwischen, hängt - auf Sichthöhe - eine Anzeigentafel mit Informationen über die Abtei und den dort lebenden Benediktinern. Doch wer ein Stück zurückgeht und seinen Blick nach oben richtet, entdeckt das von Lore Friedrich-Gronau gestaltete Tondo, auf dem St. Benedikt zu sehen ist, das dort seit 1980 hängt.

In der Abteikirche empfiehlt sich zunächst der Blick auf die drei Altäre, die Lore Friedrich-Gronau erschaffen hat. Dabei handelt es sich um die beiden letzten Altäre links und der letzte Altar im rechten Kirchenschiff, der St. Hildegard von Bingen, St. Gertrud, die Große von Helfta und St. Mechthild von Hakkeborn zeigt. Der vorletzte Altar im linken Kirchenschiff zeigt St. Walburga, St. Thekla und St. Lioba, im abschließenden Altar verewigte Lore Friedrich-Gronau St. Anselm von Canterbury, St. Ludger und St. Ansgar. Von hier aus ist der Weg zur Seitenkapelle nicht weit. Dort befindet sich der Kreuzweg in fünfzehn Stationen, der in einer beeindruckenden Pietà endet. Beides von Lore Friedrich-Gronau modelliert.

Am Eingang der Krypta, durch einen Seiteneingang erreichbar, hängt ein Relief, das die Heilige Felizitas mit ihren sieben Söhnen zeigt. Insbesondere in den Augen- und Haarpartien ist Lore Friedrich-Gronaus Kunst unverkennbar. Dazu finden sich viele weitere Reliefs, Skulpturen und Bilder von Lore Friedrich-Gronau auf dem Gelände, die an die Verbindung zwischen der Künstlerin und den Benediktinern erinnert.

Quellenverzeichnis[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anselm Grün OSB, Münsterschwarzer Kreuzweg, Benedict Press, ISBN 3-87868-527-0
  • P. Gabriel Vogt OSB, Preiset den Herrn, all seine Werke - Die Kunstwerkstätten in der Abtei Münsterschwarzach, Hrsg. P. Wolfgang Zöller OSB, Vier-Türme-Verlag, 1982, ISBN 3-87868-160-7
  • Anneliese Volpert, Im Ende ist Beginn, Betrachtung der Passion Jesu nach Matthäus zum Kreuzweg-Relief von Lore Friedrich-Gronau, Selbstverlag Gemeinde Verklärung Christi, Nürnberg 1977

Weblinks[Bearbeiten]